Citroën C4 (2020): Jetzt gibt es eine erste Preisliste (Update)

Der C4 Cactus ist tot. Kürzlich verschwand er von der Citroën-Website; die «Kompakt-Limousine» (wie das Auto vom Hersteller bezeichnet wurde) wird nun durch den neuen C4 ersetzt. Das neue Modell wurde bereits am 1. Juli 2020 vorgestellt, nun gibt es eine erste Preisliste auf der Citroen-Website. Die Auslieferung des C4 beginnt im Dezember. 

Noch sind nicht alle angekündigten Versionen in der PDF-Preisliste enthalten. Sie beginnt bei 23.336 Euro. Bald soll der Basispreis jedoch auf 19.291 Euro (mit 16 Prozent Mehrwertsteuer) sinken; dafür wird es den C4 PureTech 100 in der Ausstattung Live geben, so Citroen. Zum Bestellstart gibt es weder die neue Basisversion noch die beiden Motoren Puretech 155 und BlueHDi 110. Im Folgenden finden Sie die Angaben der PDF-Preisliste, erweitert um die angekündigten Motoren und die künftige Basisversion Live:

  Live Feel Feel Pack Shine
Puretech 100 19.291 Euro k.A. k.A. k.A.
Puretech 130 k.A. 23.336 Euro 24.896 Euro 26.260 Euro
Puretech 130 EAT8 k.A. 25.286 Euro 26.841 Euro 28.210 Euro
(Puretech 155 EAT8) k.A. k.A. k.A. k.A.
(BlueHDi 110) k.A. k.A. k.A. k.A.
BlueHDi 130 EAT8 k.A. 29.088 Euro 30.452
ë-C4 k.A. 33.767 Euro 35.034 Euro 36.399 Euro

Bei den Antrieben gibt es nichts bahnbrechend Neues; die Antriebe sind vom Peugeot 2008 und DS 3 Crossback bekannt. Das gilt auch für die Elektroversion ë-C4 mit 100 kW (136 PS).

Kleinwagen-Plattform CMF alias EMP1

Wie der 2008, der DS 3 Crossback und der 2021 startende neue Opel Mokka basiert auch der neue C4 auf dem Baukasten CMF (alias EMP1). Beim C4 soll es allerdings eine verlängerte Version der Plattform sein, so wird gemunkelt. Jedenfalls ist der neue C4 aus technischer Sicht eher ein Kleinwagen und kein Kompaktwagen, wie es der Name nahelegt. Denn der kompakte Peugeot 308 basiert bekanntlich auf der größeren Plattform EMP2.

Maße und Optik

Mit einer Länge von 4,36 Metern hat das Modell allerdings durchaus über die Abmessungen eines Kompaktwagens — der aktuelle 308 misst nur 4,25 Meter. Der Radstand von 2.670 Millimeter ist sogar größer als beim 308 (2.620 Millimeter). Auch der Kofferraum ist mit 380-1.250 Liter nur wenig kleiner als beim 308 (420-1.228 Liter). Ebenfalls bemerkenswert: Das Stauvolumen ist bei der Elektroversion nicht kleiner als bei den konventionellen C4-Modellen. 

Citroën C4 (2020)

Der neue C4 hat eine typische Crossover-Karosserie, in der Mitte zwischen Schrägheck-Limousine und SUV. Er besitzt eine rundlich sinkende Dachlinie, die in ein fast senkrecht abfallendes Heck übergeht. Sowohl der normale C4 als auch der e-C4 haben schwarzes Kratzschutz-Plastik an Radläufen und Schwellern. Ungewöhnlich sind die Konturen an den Vordertüren und der Knick unten am Schweller.

Anders als Modelle wie der C3 oder der C5 Aircross besitzt der neue C4 keine Airbumps (die seitlichen Luftpölsterchen gegen Parkrempler) — ein Design-Wendepunkt. Als Reminiszenz an die Pölsterchen bleibt nur das trapezförmige, durch die helle Umrandung hervorgehobene «Loch» im Schweller.

Cockpit und Kofferraum

Das erste Cockpit-Bild zeigt ein Instrumenten-Display, ein Head-up-Display sowie einen ziemlich filigranen Infotainment-Monitor (10 Zoll) in der Mitte des Armaturenbretts. Darunter gibt es «physische» Drehknöpfe für die Einstellungen. Ob die Temperatur darüber geregelt wird, oder über Pfeiltasten auf dem Display, bleibt einstweilen unklar.

Citroën C4 et e-C4

Unter dem Kofferraum-Einlegeboden kann unter anderem das Ladekabel des elektrischen Citroën ë-C4 verstaut werden:

Citroën C4 (2020)

Elektroversion ë-C4

Der Citroën ë-C4 verfügt über eine Leistung von 100 kW (136 PS), das maximale Drehmoment beträgt 260 Nm. Im Sport-Modus erfolgt die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 9,7 Sekunden. Laut PDF-Preisliste liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 188 km/h — nicht bei 150 km/h, wie ursprünglich gemeldet.

Die Batterie hat eine Kapazität von 50 kWh für eine Reichweite von bis zu 350 Kilometern nach WLTP. Die Garantie auf die Batterie beträgt 8 Jahre oder 160.000 Kilometer für 70 Prozent der Ladekapazität. Aufgeladen wird mit bis zu 100 kW Gleichstrom (in 30 Minuten 0-80 Prozent) oder mit 11 kW Wechselstrom (0-100 Prozent in rund 5 Stunden). Der Bordlader kommt also mit dreiphasigem Wechselstrom zurecht — wie auf der offiziellen Preisliste zu entnehmen ist.

Erlkönige und unser Rendering vom März

Dass der C4 ein steil abfallendes Heck bekommt, war bereits den Erlkönigbildern vom Januar 2020 zu entnehmen:

Citroën C4 Cactus Nachfolger als Erlkönig erwischt

Mit unserem Rendering vom März 2020 lagen wir nicht so ganz falsch. Es zeigte bereits die schlitzartigen Tagfahr-Lichter über den Scheinwerfern und die hervorgehobenen Lufteinlässe rechts und links in der Schürze, wenn sie auch nicht blau sind wie in unserem Bild:

Vorgänger und Vorgeschichte

Das steil abfallende Heck des C4 erinnert entfernt an die des dreitürigen C4 Coupé der ersten Generation von 2008. Dieses Auto hatte allerdings eine in dieser Hinsicht noch deutlich extremere Rückansicht. Hier ist es in Rot zu sehen; man beachte auch das Spiegelbild:

Citroen C4 von 2008 (1. Generation mit Facelift)

Citroen C4 von 2008 (1. Generation mit Facelift)

Bereits Ende 2019 hatte Citroën-Chefin Linda Jackson in einem Interview mit Automotive News ein Nachfolgemodell des C4 Cactus versprochen, das 2020 starten und auf einer verlängerten CMP-Plattform basieren solle. Auch eine Elektroversion wurde damals erwähnt. Zum Namen sagte Jackson, das Modell werde die Bezeichnung Cactus verlieren. Dass aus dem C4 Cactus nun ein C4 wird, ist insofern keine große Überraschung mehr.

Der C4 Cactus verkaufte sich im Jahr 2019 etwa 3.200 Mal in Deutschland. Damit landete er nur auf Platz 6 von 9 Citroën-Modellen. Jedenfalls erfüllte der aktuelle C4 Cactus offenbar die Erwartungen des Herstellers nicht. In der aktuellen Preisliste vom 5. Mai sind auch nur noch zwei Motorisierungen (Puretech 110 und BlueHDi 100) enthalten statt der vier, die es noch Anfang des Jahres gab. Dergleichen ist oft ein Zeichen, dass ein Modell ausläuft.

Der alte Citroën C4 wurde von 2004 bis 2018 in zwei Generationen gebaut. Er gehörte als Ableger des Peugeot 307 bzw. 308 eindeutig ins Kompaktsegment. Offizieller Nachfolger wurde der C4 Cactus, den der Hersteller als Kompaktlimousine bezeichnet – obwohl die Bezeichnung Kleinwagen-SUV passender wäre. Denn erstens hat das Auto eher eine SUV-Optik und zweitens diente die Kleinwagen-Plattform PF1 als technische Basis. Der Wagen hätte also eigentlich eher C3 Cactus heißen müssen. Aber Marketing und Technik sind eben zwei verschiedene Paar Schuhe.

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