BMW X4 M Facelift (2022) zum ersten Mal erwischt

Diese Bilder kommen tatsächlich ein wenig überraschend. Sie zeigen einen neuen X4 M-Prototypen. Kenner des Performance-SUV-Marktes wissen jedoch: Das Auto ist erst seit knapp 13 Monaten auf dem Markt. Was also ist hier bitte los? 

Einen gewöhnlichen Zyklus vorausgesetzt, sollte BMW das Facelift seines M-Crossover eigentlich irgendwann für Ende 2022 oder Anfang 2023 anpeilen. Da erscheint es ein wenig seltsam, jetzt schon mit (mittelmäßig stark getarnten) Erlkönigen durch die Gegend zu fahren. 

Allerdings erkennen wir, dass besonders an Front und Heck nicht mit Tarnfolie gegeizt wurde. Gerade um die Niere herum, ist die Tarnung besonders stark. Ist das besorgniserregend? Vielleicht. 

Ein Grund für ein vergleichsweise frühes Facelift könnte nämlich sein, dass die Münchner ihren X4 optisch an den neuen 4er anpassen. Inklusive XXL-Grill, Sie wissen schon …

Das ist natürlich nur Spekulation, aber wer weiß dieser Tage schon, was die BMW-Designer sich nicht noch alles ausdenken? Sollte es nicht zur Mega-Niere kommen, wird der Grill wohl trotzdem ein wenig wachsen. Dazu dürften kleinere Änderungen an der Schürze und schmalere Scheinwerfer kommen. Am Heck sollte es ebenfalls leichte Anpassungen an Schürze und Leuchten geben. 

Aufnahmen vom Innenraum des überarbeiteten X4 M können wir Ihnen aktuell leider noch nicht anbieten, aber unsere Erlkönigjäger haben uns verraten, dass es Änderungen am Infotainment und der Mittelkonsole geben wird. Der Bildschirm dürfte ein wenig wachsen, zudem sollen ein geänderter Gangwahlhebel und ein optimierter iDrive-Controller in einer leicht abgewandelten Konsole Platz finden. 

Was den Antrieb betrifft, sind keine Änderungen zu erwarten. Der 3,0-Liter-Biturbo-Sechszylinder, der auch im gerade vorgestellten M3/M4 zum Einsatz kommt, ist brandneu. Er leistet 480 bis 510 PS und gibt seine Kraft über eine Achtgang-Automatik an alle vier Räder weiter.

Ein Datum für die offizielle Vorstellung des überarbeiteten X4 M kennen wir natürlich noch nicht. Angesichts des noch jungen Alters des aktuellen Modells, sollte es aber noch eine ganze Weile dauern. 

Vergessene Studien: Chrysler Atlantic (1995)

Name: Chrysler Atlantic
Premiere: 1995
Technische Daten: 3,25 Meter Radstand; 4,0-Liter-Reihen-Achtzylinder mit 360 PS aus zwei Chrysler-Neon-Motoren

Hintergrund:

Die 1990er-Jahre waren von Nostalgie geprägt: Während sich das Autodesign vom sachlichen vorangegangenen Jahrzehnt erholte, das vor allem in Amerika einige der anonymsten und unbedeutendsten Autos aller Zeiten hervorgebracht hatte (ein Schicksal, das in jenen Jahren sogar Berühmtheiten wie den Ford Mustang traf), blickten die Designer noch weiter zurück …

Nun, in diesen Jahren haben viele Retro-Autos Gestalt angenommen und uns willkommene Rückkehrer beschert, wie den Volkswagen New Beetle (1998), den modernen Mini (2001) und wenig später den Fiat 500 (2007), während in den USA diese Welle der Inspiration bei den Concept Cars Halt gemacht hat, mit Ausnahme des Chevrolet SSR und des Chrysler PT Cruiser.

Damals zählte Chrysler in Bezug auf Studien zu den produktivsten Konzernen: Innerhalb weniger Jahre präsentierte man eine beeindruckende Anzahl von Konzeptfahrzeugen (darunter einige unter der Marke Dodge und — fast vergessen — Plymouth) mit ausgesprochen faszinierenden Linien. Vom 300 von ’91 über den Phaeton von ’97 bis zum Chronos von ’98: Alle waren ultramodern, setzten aber auf nostalgische Linien.

In der Mitte des Jahrzehnts, 1995, erschien der Atlantic, der zwar stark von der Vergangenheit inspiriert war, aber nicht der hauseigenen Chrysler-Geschichte, sondern von der europäischen Tradition. Das zeigt der Name, der an eines der berühmtesten, seltensten und schönsten Autos der 1930er-Jahre erinnert: den Bugatti 57 SC Atlantic. (Auch wenn sich andere Details auf andere Modelle aus der gleichen Zeit beziehen, wie etwa den Talbot-Lago 150 SS.)

Das Design verbindet auf elegante Weise klassische Elemente wie die großen Kotflügel, die vertikalen Kühler, die hier zu einer zweiteiligen «Nase» umgeformt wurden, und die unterschiedlich großen Leuchtenpaare.

Betont wurde die Linienführung durch riesige 21-Zoll-Chromfelgen vorne und 22-Zoll-Chromfelgen hinten. Die Proportionen änderten sich aufgrund der «amerikanischen» Dimensionen: Länge von mehr als fünf Metern bei einem Radstand von mehr als drei Meter, aber einer Höhe von nur 1,31 Meter.

Leder, Rosenholz und grazile Instrumente mit Design im Art-Déco-Stil erinnerten innen an die 1930er-Jahre. Das Chassis für den Atlantic spendierte die Dodge Viper.

Chrysler Atlantic 1995

Das Sahnehäubchen unter der Motorhaube ist ein 8-Zylinder-Reihenmotor, für den zwei 2-Liter-Vierzylinder des Neon kombiniert wurden. Zweimal 2,0 Liter ergab folgerichtig 4,0 Liter, die Leistung wird je nach Überlieferung zwischen 325 und 360 PS angegeben. Heute ist der Atlantic im W.P. Chrysler Museum in Auburn Hills untergebracht und gehört dort nach wie vor zu den am meisten bewunderten Autos in der Sammlung.